Automatische oder manuelle Fettschmierung

Die Nachschmierung von Kugelgewindetrieben kann grundsätzlich mit allen Fetten erfolgen, deren Seifenbasis mit dem für die Erstbefettung verwendeten Fett kompatibel ist, und deren Grundölviskosität ähnlich ist. Falls nichts Anderes vereinbart ist, verwendet Steinmeyer für die Erstbefettung Klüber Staburags NBU 8 EP.

Schmierintervalle und Mengen

Manuelle Nachschmierung

Die Nachschmierung von Kugelgewindetrieben mit normalen Kunststoffabstreifern sollte alle 500 Betriebsstunden bzw. mindestens 4x pro Jahr erfolgen. Bei Kugelgewindetrieben mit Filzabstreifern beträgt das Schmierintervall 1000 Betriebsstunden bzw. 2x pro Jahr verlängert werden. 

Bei guter Abdeckung des Kugelgewindetriebs gegen Schmutz und Flüssigkeiten (Wasser, Kühlschmiermittel) kann bei Kugelgewindetrieben mit Filz- oder Doppelabstreifern (Kombidichtung) das Schmierintervall auf 2000 Betriebsstunden bzw. 1x pro Jahr verlängert werden. Dazu wird in der Regel das Langzeitfett Klüber Isoflex NB 15 als Erstbefettung verwendet und die Filzstreifen der Abstreifer werden mit dem Grundöl des Fettes vorimprägniert. Für solche Langzeitschmierung sprechen Sie bitte unsere Ingenieure an.

Automatische Fettschmierung

Bei der Automatischen Fettschmierung gibt es die Möglichkeit zentrale Schmiermittelpumpen für die Versorgung aller Schmierstellen zu verwenden, oder Fettkartuschen für eine oder mehrere Schmierstellen. In jedem Fall ist zu prüfen, ob das gewählte Fett zuverlässig bis zu den Schmierstellen gefördert wird. Bei Fettkartuschen, die durch chemische Gasgeneratoren betrieben werden, steht das Fett ständig unter Druck, was bei einigen Fetten zum "Ausbluten" (Trennung von Dickungsmittel und Öl) und zum Ausfall der Schmierung führen kann. Steinmeyer empfiehlt daher elektromechanische Schmierkartuschen, die das Fett impulsförmig fördern und damit dem Ausbluten vorbeugen. 

Für die automatische Fettschmierung werden normalerweise Fließfette der NLGI Klasse 0 oder 00 eingesetzt, die am leichtesten durch lange Rohrleitungen gefördert werden können. Bei ausreichendem Rohrdurchmesser können jedoch auch Fette der Klassen 1 oder 2 verwendet werden. Dies ist jedoch unbedingt zu testen.

Technik-Tipp

Schmiermittel auf Minrealölbasis "altern" auf zwei Arten:

  • Erstens sind sie ständigen chemischen Angriffen durch Luftsauerstoff und andere Medien ausgesetzt, die durch Oxidation mit der Zeit zur "Verharzung" führen. Die Verharzung verläuft relativ langsam und spielt bei normaler Nachschmierung keine Rolle. Sie begrenzt jedoch die Lagerfähigkeit von Ersatzteilen, die bereits gebrauchsfertig befettet sind, auf ca. 2-5 Jahre. Genauere Auskunft geben die Fetthersteller.
  • Zweitens werden durch Scherspannungen im Schmierspalt die Kohlenwasserstoffmoleküle mechanisch belastet und brechen mit der Zeit auf. Dieses Verkürzen de CH-Ketten führt zu einem Verlust an Viskosität. Die dadurch bedingte "Fettgebrauchsdauer" kann berechnet werden.

Empfohlene Fette